Ein Podcast von Fine Engels - SilverLoveCoaching
00:00:01: Warum sie zu oft Ja sagen?
00:00:04: Nein ist ein ganzer Satz.
00:00:08: Man merkt es oft erst hinterher, dass man schon wieder ja gesagt hat – zu etwas das man gar nicht machen wollte!
00:00:14: Zu einem Termin, einem Gefallen einer Zuständigkeit eine Rolle die längst so eng geworden ist.
00:00:20: Im Moment selbst merkt man nur Es ist einfacher so Dann ist Ruhe, dann muss niemand irritiert sein, dann geht es weiter.
00:00:30: Später kommt dann der Ärger.
00:00:32: Nicht immer laut, eher als Müdigkeit – als schlechte Laune an der falschen Stelle!
00:00:37: Als dieser Eindruck ständig verfügbar zu sein und dabei trotzdem nicht vorzukommen.
00:00:42: Darum geht es heute.
00:00:44: Nicht um Schlagfertigkeit, nicht um Grenzen ziehen als neues Hobby, nicht die Frage wie man endlich lernt bei sich bleiben.
00:00:54: Es geht um etwas Einfaches.
00:00:57: Warum sagt man so oft Ja?
00:00:59: obwohl innerlich längst etwas anderes feststeht.
00:01:03: Die schnelle Antwort wäre aus Höflichkeit oder aus Harmoniebedürfnis, oder weil man niemanden verletzen will.
00:01:10: Das stimmt alles ein bisschen.
00:01:12: Reicht aber nicht Denn oft geht es gar nicht zuerst um die anderen.
00:01:17: Es geht darum welches Bild Man von sich behalten will Zuverlässig Unkompliziert, anständig belastbar.
00:01:29: Jemand mit dem man rechnen kann!
00:01:31: Das ist lange ein gutes Modell.
00:01:34: Es funktioniert im Beruf in Beziehungen und Familien, in Freundschaften.
00:01:39: Man wird geschätzt.
00:01:40: Man gilt als stabil.
00:01:41: Man fällt nicht unangenehm auf.
00:01:45: Der Piess zeigt sich später.
00:01:47: Nicht dann wenn man viel zu tun hat Sondern dann Wenn man nicht mehr sauber unterscheiden kann zwischen Hilfsbereitschaft und Selbstübergehung.
00:01:56: Dann sagt man ja, weil das immer so war.
00:01:59: Weil man es kann!
00:02:01: Weil man nicht lange diskutieren will, weil man keinen Lust auf das Gesicht des Anderen hat wenn man nein sagt.
00:02:08: Das alles ist verständlich aber Verständlich ist nicht automatisch richtig.
00:02:13: Es gibt Menschen die halten ihre Dauerverfügbarkeit für Charakter.
00:02:17: Dabei ist sie oft nur Gewohnheit und Gewohnheiten haben einen Vorteil.
00:02:23: Sie sparen Entscheidungen.
00:02:25: Man reagiert, statt zu prüfen.
00:02:26: Man übernimmt, statt abzuwägen.
00:02:29: Man stimmt zu bevor überhaupt klar ist was es einen kostet.
00:02:34: Das wirkt freundlich!
00:02:35: Ist aber oft nur schnell Zu schnell Und schnell is in solchen Dingen selten klug Denn jedes unnötige Jahr bleibt nicht folgenlos.
00:02:45: Es bindeth Zeit Es binded Energie Es bindett Aufmerksamkeit und irgendwann bindet es auch die Stimmung Die eigene Stimmung.
00:02:55: Dann wird man gereizt.
00:02:57: Nicht weil das Leben so übergriffig wäre, sondern weil man an zu vielen Stellen selbst nicht sortiert hat.
00:03:04: Das ist der unangenehme Teil an diesem Thema.
00:03:07: Man kann sich nicht immer darauf berufen dass andere die Grenzen nicht respektieren.
00:03:12: oft wurden sie gar nicht klar gesetzt.
00:03:15: Oft gibt es keinen Angriff keine Dreistigkeit kein großen Konflikt.
00:03:20: Oft gibt es nur den stillen Auflauf, dass jemand etwas fragt und jemand anderes zu schnell Ja sagt.
00:03:27: So entstehen Rollen aus denen man später nur mühsam wieder herauskommt.
00:03:32: Dann ist man plötzlich der, der immer fährt Der sich kümmert, der sich auskennt, der einspringt Denn nichts braucht Den der das schon macht.
00:03:42: Von außen sieht das ordentlich aus von innen wird es irgendwann anstrengend Weil man merkt, dass man an vielen Stellen nicht entschieden hat, sondern sich halt fortschreiben lassen.
00:03:53: Genau dort beginnt das Thema Abgrenzung – Nicht als Haltung mit Ernstamine, nicht als Befreiungsschlag eher als nachträgliche Korrektur.
00:04:03: Man fängt an genauer zu werden.
00:04:05: Nicht alles was man kann muss man weitermachen.
00:04:09: Nicht jede Bitte verpflichtet, nicht jede Erwartung verdient Gehorsam.
00:04:13: Nicht jeder Enttäuschung des Gegenübers ist ein Problem das man verhindern
00:04:17: muss.".
00:04:18: Das klingt simpel!
00:04:20: In der Praxis ist es manches mal schwierig weil ein Nein sofort etwas verändert.
00:04:27: Es beendet die un...die bequeme Unklarheit.
00:04:31: Es macht sichtbar dass etwas nicht mehr automatisch läuft.
00:04:35: Es zwingt beide Seiten zu einer genaueren Realität!
00:04:39: Vielleicht ist das der Grund, warum so viele Menschen Nein sagen für unfreundlich halten?
00:04:45: Nicht weil das Wort hart wäre sondern weil es sortiert und Sortierung ist nicht immer gemütlich.
00:04:51: trotzdem bleibt eines richtig.
00:04:54: Nein ist ein ganzer Satz gerade weil so viele ihn behandeln als müsste er erst noch ausgebaut werden.
00:05:03: Leider nicht.
00:05:04: Nein, diesmal schaffe ich es nicht!
00:05:06: Nein?
00:05:07: Ich würde gern aber... Nein entschuldige gerade ist das schwierig.
00:05:12: Das klingt alles höflich Aber eigentlich klingt es nach Rückzug in Raten Denn jedes zusätzliche Wort eröffnet wieder eine Verhandlung.
00:05:21: Plötzlich geht es nicht mehr um die Entscheidung sondern um ihre Begründung Und Begründen kann man kommentieren relativ wie an Weichkochen.
00:05:29: Dann steht das nein nicht mehr.
00:05:31: Dann sitzt es schon wieder auf der Kante.
00:05:34: Dabei ist ein klares Nein nicht zweitzeliges, Es ist eine Auskunft!
00:05:39: Bis hierhin?
00:05:40: Nicht weiter – dafür nicht, jetzt nicht.
00:05:43: Ich mache das nicht Mehr braucht es nicht.
00:05:47: Schwierig wird es dort wo Geschichte im Raum steht In langen Beziehungen in Familien bei alten Freundschaften Zwischen Menschen die sich daran gewöhnt haben dass etwas immer weiter läuft weil es eben immer weiter lief.
00:06:01: Dort sagt kaum jemand offen, nein.
00:06:04: Dort wird eher vertagt – man sagt mal sehen!
00:06:08: Man sagt später vielleicht?
00:06:10: Man sagt ich denke darüber nach.
00:06:12: Man sagt eigentlich ungern aber
00:06:14: gut.".
00:06:15: Das sind keine klaren Antworten das sind Verschiebungen und Verschibungen haben ihren Preis.
00:06:22: sie halten Dinge künstlich am Leben die innerlich längst erledigt sind.
00:06:26: ein halbes Jahr ist oft anstrengender als ein ganzes Nein weil es nach außen Zustimmung signalisiert und nach Innenwiderstand produziert.
00:06:35: Dann wundert man sich irgendwann über die eigene Gereiztheit.
00:06:39: Dabei ist sie oft nur das Ergebnis von Entscheidungen, die nie sauber getroffen wurden!
00:06:44: Man muss dafür kein harter Mensch werden – das ist vielleicht der wichtigste Punkt.
00:06:49: Abgrenzung hat mit Härte wenig zu tun.
00:06:52: Sie hat mit Klarheit zu tun — Härte sagt mir
00:06:55: egal.".
00:06:55: Klarheit sagt, nicht mit mir.
00:06:58: Das ist ein Unterschied!
00:07:00: Wer sich abgrenzt wird nicht automatisch kälter.
00:07:03: Oft wird er erst lesbar und lesbar zu werden, es für viele schwieriger als nett zu bleiben.
00:07:09: Denn Nettigkeit verschleiert viel – Klarheit nicht.
00:07:13: Klarheit zeigt was noch geht und was nicht mehr.
00:07:17: Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum ein Nein so schwerfällt.
00:07:22: Es korrigiert nicht nur eine Situation – es korrigert oft ein Selbstbild!
00:07:26: Den Zuverlässigen, den Rücksichtsvollen, den Souveränen, denen er keinen Aufwand macht… den, der sich im Zweifel eben fügt.
00:07:35: Es kann sein dass man genau davon müde wird … Nicht vom Leben, nicht von anderen Menschen sondern von der eigenen alten Form.
00:07:44: Dann ist ein Nein keine Unhöflichkeit, dann ist es überfällig.
00:07:48: Vielleicht nicht bei den großen Dingen, vielleicht zuerst bei den kleinen!
00:07:52: Dort wo sie sofort zusagen, dort wo sie sich erklären ob wohl sie nur ablehnen wollten, dort weil sie etwas mittragen das längst nicht mehr zu ihnen gehört.
00:08:02: Dort wo Sie schon beim Antworten merken dass sie sich selbst wieder übergehen.
00:08:07: Genau dort liegt der Anfang.
00:08:10: Nein ist ein ganzer Satz Und manchmal der erste seit Langem, der nicht gegen einen selbst gerichtet ist.
00:08:17: Sie hören Silver Love Coaching was vom Manne übrig bleibt – ich bin viele Engels und vielleicht beginnt Entlastung nicht dort wo weniger von außen kommt sondern dort wo ihnen nicht mehr alles sofort ja sagt!
00:08:30: Wenn sie den Podcast noch nicht abonniert haben tun sie das gern und wenn Ihnen diese Folge gefallen hat lassen sie ihr ein Like oder eine gute Bewertung da.
00:08:42: Nächsten Sonntag um acht Uhr dreißig.