Silver Love Coaching -  Was vom Manne übrig bleibt

Silver Love Coaching - Was vom Manne übrig bleibt

Ein Podcast von Fine Engels - SilverLoveCoaching

Transkript

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00:00:00: Und einer verschwindet, ohne dass es auffällt.

00:00:04: Es gibt Männer die verschwinden nicht mit einem Knall.

00:00:08: Sie verlassen keine Familie von heute auf morgen sie brechen nicht demonstrativ mit Freunden sie kündigen nicht laut ihr altes Leben auf sie sind einfach irgendwann weniger da.

00:00:19: und das merkwürdige ist es fällt kaum auf Nicht sofort jedenfalls.

00:00:26: Mit Anfang sechzig ist man oft mitten im leben nur anders als früher.

00:00:32: Der Beruf hat nichts, nicht mehr dieselbe Wucht oder ist schon vorbei.

00:00:36: Die Kinder sind groß die Ehe läuft oder sie läuft eben noch.

00:00:40: Freundschaften bestehen auf dem Papier man kennt sich lange Man hat viel miteinander erlebt.

00:00:46: Genau das macht es so tückisch Denn von außen sieht alles stabil aus!

00:00:52: Man ist noch dabei, man sitzt mit am Tisch, man isste in der Familiengruppe Man wird zu Geburtstagen eingeladen, man kommt vor und trotzdem kann es sein dass man längst nicht mehr gemeint ist.

00:01:04: Das ist der eigentliche Punkt!

00:01:07: Nicht jeder Mann, der verschwindet geht weg.

00:01:10: Manche werden einfach nach und nach entbehrlich – nicht das Bohrzeit oder nach einem Streit sondern weil sich das Leben neu sortiert hat und keiner genau hinschaut was mit ihm eigentlich passiert.

00:01:23: Gerade Männer über sechzig kennen diese Verschiebung oft besser als sie zugeben würden.

00:01:29: Viele haben jahrzehntelang funktioniert.

00:01:31: Sie haben organisiert, getragen, entschieden finanziert, repariert, Fahrdienste übernommen, Urlaube möglich gemacht, Konflikte abgefangen und nicht viel Aufhebens darum gemacht.

00:01:42: Das war Ihr Platz – nicht immer glänzend aber eindeutig!

00:01:46: Und dann verändert sich etwas.

00:01:49: Nicht spektakulär nur Schritt für Schritt.

00:01:51: die Kinder rufen selten an Die Frau hat ihre eigenen Routinen im Freundeskreis reden oft dieselben zwei oder drei.

00:02:00: In den alten Runden wird mehr über Zipperlein, Reisen und Immobilien gesprochen als über das was wirklich los ist.

00:02:07: Und einer sitzt dazwischen und merkt ich bin zwar anwesend aber ich bin hier nicht mehr von Bedeutung.

00:02:14: Das sagt kaum jemand so schon gar nicht ein Mann der gelernt hat sich nicht fürchtig zu nehmen.

00:02:21: er sagt eher ist halt so.

00:02:24: Jeder hat sein eigenes Leben, man wird älter.

00:02:27: Kreise verändern sich alles richtig und doch steckt hinter manchem etwas anderes.

00:02:34: Nämlich die nüchterne Feststellung dass das eigene Dasein in manchen Zusammenhängen kaum noch Gewicht hat.

00:02:40: Das ist kein sentimentaler Befund, das es eine Verschiebung in der eigenen Stellung Und die merkt man selten im großen Moment eher an Kleinigkeiten.

00:02:51: Daran, dass Treffen stattfinden und man erst hinterher davon erfährt.

00:02:55: Daran das man bei Familienplänen nicht mehr selbstverständlich mitgedacht wird.

00:03:00: Darann, dass man bei Tisch etwas sagt und das Gespräch einfach weiterläuft.

00:03:05: Darans, dass sich Testweise einmal zurückzieht und niemand fragt was eigentlich los ist!

00:03:11: So beginnt dieses Verschwinden leise unspektakulär fast anständig.

00:03:17: Da ist zum Beispiel ein Mann.

00:03:19: Vierundsechzig geschieden seit einigen Jahren zwei erwachsene Kinder, eine Tochter in Hamburg und einen Sohn mit eigener Familie in Köln.

00:03:26: Früher war er zuständig – er hat Umzüge gemacht, Rechnungen erklärt, im Baumarkt gestanden den Urlaub organisiert am Wochenende Kinder abgeholt später die Enkel, in Kindersitzen im Auto herumgefahren.

00:03:39: Er war verlässlich kein großer Redner aber präsent.

00:03:44: Heute läuft die Familienkommunikation weitgehend ohne ihn.

00:03:47: Fotos von Ausklügen sieht er später.

00:03:50: Geburtstagsplanungen entstehen nebenbei, die Tochter meldet sich wenn etwas ist – der Sohn auch aber meist knapp!

00:03:58: Niemand ist unfreundlich, niemand hat sich von ihm losgesagt und doch merkt er irgendwann an einem Sonntagabend, dass er seit Wochen mit niemandem wirklich gesprochen hat.

00:04:09: Er ist nicht verlassen worden, er ist nur aus dem Inneren Radius

00:04:13: gerutscht.".

00:04:14: Genau das ist für viele Männer der wunde Punkt Nicht die offene Zurückweisung, sondern diese schleichende Bedeutungsverlust für den es keinen klaren Anlass gibt und deshalb auch keine klare Sprache.

00:04:28: Wer immer gelernt hat sich über Funktionen zu definieren steht dann vor einem Problem.

00:04:34: Solange etwas zu regeln war, war sein Platz klar.

00:04:37: Wenn weniger geregelt werden muss zeigt sich was darüber hinaus noch trägt Und das ist manchmal schon ziemlich ernüchternd Denn die Geschichte ersetzt keine Gegenwart.

00:04:50: Nur weil man früher wichtig war, heißt das nicht dass man heute noch eine Rolle spielt.

00:04:55: Nur wenn man jahrzehntelang zu einem System gehört hat, heißt es nicht, dass man darin noch vorkommt!

00:05:02: Nur weil eine Ehe, eine Familie oder ein Freundeskreis formal existiert, heisst das noch lange nicht, daß dort echte Verbindung herrscht.

00:05:10: Das ist eine harte Einsicht Aber sie schafft Ordnung.

00:05:16: Viele versuchen diesem Befund auszumeichen.

00:05:18: Sie sagen sich, man müsse nicht alles persönlich nehmen.

00:05:22: Stimmt!

00:05:23: Sie sagen sie, man solle nicht empfindlich werden.

00:05:26: Auch das stimmt.

00:05:27: Nur hilft beides nicht.

00:05:29: wenn man längst merkt dass das eigene Leben an manchen Stellen nur noch aus Restbeständen besteht Dann ist die Frage nicht mehr ob man zu empfindlichkeit.

00:05:39: dann ist die frage wo bin ich nur noch geduldet weil ich schon immer da war?

00:05:46: Das ist etwas anderes als Zugehörigkeit.

00:05:49: Zugehörigkeit heißt nicht, dass man eingeladen wird.

00:05:52: Zugehrigkeit heißt das ein Unterschied entsteht wenn man fehlt Das jemand merkt Wenn man still wird Dass man nicht bloß mitläuft sondern gemeint ist.

00:06:02: Genau daran mangelt es oft Und gerade Männer die sich nicht gern erklären Rutschen an dieser Stelle leicht in eine stille Form der Selbstaufgabe.

00:06:12: Sie reden weniger Sie melden sich seltener, sie fragen nicht nach.

00:06:16: Sie wollen sich nicht aufdringen.

00:06:18: Sie möchten Würde

00:06:19: behalten.".

00:06:20: Das ist nachvollziehbar – aber es hat einen Preis!

00:06:25: Den Schweigen bleibt selten neutral.

00:06:27: Es wird fast immer gedeutet als Souveränität, als Eigenbrötlerei, als Desinteresse, als robuste Männlichkeit.

00:06:35: Irgendetwas wird schon dahinter vermutet.

00:06:38: Nur selten das was tatsächlich da ist… Enttäuschung Müdigkeit, Kränkung oder der Eindruck das Reden ohnehin nichts mehr verändert.

00:06:48: Und so verschwindet einer weiter – nicht aus Trotz, eher aus Erschöpfung!

00:06:53: Das Bittere daran ist, je stiller er wird desto weniger wird er wahrgenommen.

00:06:58: Je weniger er wahr genommen wird, desto stiller wird

00:07:01: er.".

00:07:01: Das ist kein Drama, das ist ein Mechanismus.

00:07:05: Gerade deshalb sollte man ihn ernst nehmen.

00:07:08: Nicht um sich nun beleidigt aus allem zurückzuziehen auch Überall endlich mehr Aufmerksamkeit einzufordern, das wäre zu simpel.

00:07:17: Aber man sollte genau hinschauen!

00:07:20: Wo bin ich in meinem Leben noch wirklich gemeint?

00:07:24: Nicht früher nicht theoretisch nicht auf dem Papier heute.

00:07:28: Wo gibt es Gespräche, denen ich vorkomme?

00:07:30: Wo gibtes Beziehungen, in denen ich nicht nur funktioniere?

00:07:34: Wo gibts Menschen die bemerken wenn ich mich zurückziehe und wo halte ich etwas künstlich am Leben dass innerlich längst erledigt ist?

00:07:43: Das sind keine gemütlichen Fragen, aber sie sind für Männer in dieser Lebensphase wichtiger als manches Gerede über Neustart, Freiheit und späte Selbstverwirklichung.

00:07:53: Denn nicht jeder braucht mit dreiundsechzig noch einmal ein ganz neues Leben!

00:07:58: Aber viele brauchen eine ehrliche Bestandsaufnahme.

00:08:02: Wer gehört wirklich zu mir?

00:08:04: Wo bin ich nur noch in alter Rolle unterwegs?

00:08:07: Wo wird meine Anwesenheit verwechselt mit Nähe?

00:08:10: Und wo habe Ich selbst dazu beigetragen dass ich kaum noch sichtbar bin.

00:08:15: Auch das gehört dazu!

00:08:17: Nicht alles kommt von außen.

00:08:20: Manche Männer haben sich über Jahre so konsequent auf Sachlichkeit, Zuständigkeit und Beherrschung trainiert, dass von ihnen als Person wenig übrig blieb – sobald die Funktion nachließt.

00:08:32: Dann sitzt da kein böser Familienkreis der einen ausgeschlossen hat….

00:08:37: dann sitzt da einfach ein Mensch der sich lange sehr lange nützig war und irgendwann feststellen muss, dass Nützigkeit dahin keine Bindung ersetzt.

00:08:46: Das ist unerfreulich aber immerhin klar – und Klarheit ist an dieser Stelle mehr wert als Trost!

00:08:52: Denn Trost sediert, Klarheit sortiert.

00:08:57: Vielleicht ist das überhaupt einer der stilleren Einschritte jenseits der Sechzig.

00:09:01: zu merken, daß man nicht automatisch gehalten wird nur weil man lange gehalten hat?

00:09:06: Das Dankbarkeit kein verlässliches Beziehungssystem ist, das Gewohnheit keinen Platz garantiert und dass man sich selbst irgendwann wieder als Mensch ins Spiel bringen muss.

00:09:16: Nicht nur als frühere Funktion!

00:09:19: Das kann ein Gespräch bedeuten – das kann auch eine Entscheidung bedeuten.

00:09:23: Es kann heißen sich einem alten Kreis nicht mehr länger anzubieten.

00:09:27: es kann heißend jemandem gezielt anzurufen statt weiter auf Resonanz zu warten.

00:09:33: Es kann auch heißen, nüchtern anzuerkennen das etwas verbraucht ist.

00:09:39: Nicht jede Beziehung muss gerettet werden – nicht jede Runde verdient einen weiteren Anlauf!

00:09:44: Nicht jede Familie wird plötzlich tiefer nur weil einer endlich sagt wie es ihm geht.

00:09:50: Auch das ist Realität.

00:09:52: Aber es ist ein Unterschied ob man das erkennt und Konsequenzen zieht oder ob man dass eigene Verschwinden einfach verwaltet.

00:10:00: Genau darin liegt der entscheidende Punkt.

00:10:03: Es geht nicht darum, um Aufmerksamkeit zu betteln.

00:10:07: Es geht darum den eigenen Platz nicht mit Restwärme zu verwechseln.

00:10:11: Nicht dort sitzen zu bleiben wo man nur noch aus Traditionen mitläuft.

00:10:15: Nicht weiter so tun als sei Anwesenheit schon Beziehung.

00:10:20: Manche Männer haben ihr halbes Leben damit verbracht verlässlich zu sein.

00:10:24: Das ist Ehrenwert aber in der zweiten Lebenshälfte reicht Verlässlichkeit allein nicht mehr.

00:10:31: Dann stellt sich eine andere Frage Wo bin ich lebendig, gemeint, beteiligt?

00:10:36: Und wo

00:10:37: nicht?".

00:10:39: Wer darauf eine ehrliche Antwort hat, gewinnt nicht sofort näher.

00:10:42: Aber er gewinnte Richtung!

00:10:44: Vielleicht ist das die reifere Form von Selbstachtung in diesem Alter – Nicht überall auszuhören, wo man noch halbwegs mitgedacht wird.

00:10:52: Nicht jedes schweigen Tapfer auszuhalten.

00:10:55: Nicht in jeder Konstellation den verständigen pflegeleichen Mann zu geben dessen Rückzug niemand belastet sondern zu prüfen, was noch trägt und sich dann nicht beleidigt, sondern klar zu entscheiden.

00:11:08: Bleibe ich, rede ich, verändere ich etwas oder gehe ich innerlich und äußerlich an eine Stelle, an der mein Dasein wieder einen Unterschied macht?

00:11:17: Und darum geht es am Ende!

00:11:20: Nicht um große Dramen, nicht um spätes Pathos, sondern um eine schlichte Frage Gibt es in meinem Leben Orte, an denen ich nicht nur vorkomme sondern gemeint bin?

00:11:34: Wenn diese Folge heute etwas anstößt dann vielleicht genau das.

00:11:38: Nicht die Kränkung darüber dass einer verschwinden kann ohne dass sie sofort auffällt, sondern die Einsicht dass man nicht dort bleiben muss wo das auf Dauer niemanden beunruhigt!

00:11:49: Wenn du magst abonniere den Podcast und lass eine Bewertung da.

00:11:53: Das hilft dabei, dass diese Gespräche nicht irgendwo im digitalen Nirgendwo verschwinden.

00:11:58: Und falls dir beim Hörern jemand eingefallen ist – den das vielleicht auch interessieren könnte – dann schick ihm diese Folge!

00:12:07: Ich bin Fina Engels Bis nächsten Sonntag ab acht Uhr dreißig.