Sind Sie eigentlich noch verführbar?
Shownotes
Mit zwanzig fragen wir oft: Warum nicht?
Mit sechzig häufiger: Wozu?
In dieser Folge geht es um:
• Warum Erfahrung und Abwehr manchmal schwer zu unterscheiden sind
• Wie Gewohnheiten langsam unser Leben bestimmen
• Weshalb manche Menschen neugierig bleiben und andere nicht
• Die überraschende Geschichte eines Mannes, der wegen einer Frau Tango lernte
• Warum der größte Luxus im Alter vielleicht Neugier ist
• Die Frage, die jeder für sich beantworten sollte:
Sind Sie eigentlich noch verführbar?
🎙 Podcast: Was vom Manne übrig bleibt
✉️ Kontakt: Fine.Engels@silverlovecoaching.de
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Transkript anzeigen
00:00:01: Sind sie eigentlich noch verführbar?
00:00:05: Vielleicht halten Sie sich für einen offenen Menschen.
00:00:07: Die meisten tun das, bis man ihnen etwas Neues vorschlägt.
00:00:12: Dann beginnt oft ein bemerkenswertes Schauspiel.
00:00:16: Das kenne ich schon, dass brauche ich nicht, das ist nichts für mich.
00:00:20: Dafür bin ich zu alt, interessiert mich nicht Kommt nicht in Frage Erstaunlich wie viele Türen ein Mensch schließen kann ohne überhaupt aufzustehen.
00:00:30: Dabei geschieht das meist nicht aus Boßheit, auch nicht aus Arroganz sondern aus Erfahrung.
00:00:36: Und Erfahrung ist eine wunderbare Sache!
00:00:39: Sie bewahrt uns vor Fehlern – vor Umwegen, vor manchen Dummheiten.
00:00:43: nur hat Erfahrung einen kleinen Bruder.
00:00:46: Der heißt Gewohnheit und dieser Bruder zieht irgendwann ungefragt bei uns ein.
00:00:53: Früher war Verführung einfach Ein neues Auto, eine neue Liebe.
00:00:57: Ein neuer Job – eine neue Stadt.
00:00:59: Das Leben bestand aus Möglichkeiten.
00:01:02: Mit Sechzig oder Siebzig sieht die Sache anders aus.
00:01:07: Das Haus steht Die Karriere ist gelaufen Die Kinder sind groß Die Freunde kennt man seit Jahrzehnten.
00:01:13: Man weiß welchen Wein man mag Welches Hotel man bucht Welche Zeitung man liest Welche Route man fährt.
00:01:19: Man hat sich eingerichtet!
00:01:22: Das klingt gemütlich Und oft ist es das auch.
00:01:25: Bis man merkt, dass man nicht nur sein Leben eingerichtet sondern auch seine Überraschungen abgeschafft hat!
00:01:33: Ich kenne einen Mann der seit Jahren in dasselbe Hotel fährt – nicht nur in den selben Ort, in dassselbe Hotel, dassselbes Zimmer.
00:01:42: wenn es irgendwie möglich ist… Der selbe Tisch beim Frühstück, derselbe Spaziergang am Nachmittag, dasselber Restaurant am Abend.
00:01:50: selbst der Kenner weiß schon was er bestellen wird.
00:01:53: Er nennt das Erholung.
00:01:55: Und vielleicht stimmt das sogar?
00:01:57: Vielleicht ist es wunderbar, wenn man einmal im Jahr ankommt und nichts mehr erklären muss – keine Experimente, keine Enttäuschung, keine Überraschung!
00:02:05: Nur hat diese Art von Erholungen einen Preis.
00:02:09: Sie hält nicht nur Ärger fern, sie hält auch Neues fern.
00:02:13: Irgendwann wird aus Verlässlichkeit eine kleine Festung sehr ordentlich, sehr bequem, sehr gut bewertet… aber eben doch eine
00:02:21: Festung.".
00:02:23: Interessant ist, dass wir diesen Mechanismus bei anderen sofort erkennen – beim Nachbarn, beim Kollegen und beim Schwager.
00:02:30: Nur bei uns selbst nicht!
00:02:32: Wir nennen es dann Erfahrung, Reife oder Gelassenheit.
00:02:35: Manchmal ist es schlicht Bequemlichkeit in einem maßgeschneiderten Anzug.
00:02:40: Ein Satz fällt mir dabei immer wieder auf.
00:02:43: Das ist nichts für mich.
00:02:45: Ein faszinierender Satz.
00:02:47: Woher weiß man das eigentlich?
00:02:50: Woher weiß ein Mensch, dass Tango nichts für ihn ist, bevor er je getanzt hat?
00:02:54: Woher weiss jemand das Kreuzfahrten furchtbar sind, obwohl er nie auf einem Schiff war.
00:02:59: Woher wisst jemand, dass Podcasts unsinn sind, wenn er nie einen gehört hat?
00:03:05: Wohher weiß jemand, daß eine neue Freundschaft nicht interessant wäre, wenn der nie ein Gespräch geführt
00:03:11: hat?"?
00:03:12: Die Wahrheit lautet oft – Er weiß es gar nicht!
00:03:17: Aus Erfahrung wird Routine, aus Routine wird gewohnert als Gewohnheit wird Identität und irgendwann hält man sich selbst für einen guten Charakter.
00:03:26: Dabei verteidigt man oft nur seine
00:03:28: Gewohnheiten.".
00:03:29: Das ist ein Unterschied – und zwar ein großer!
00:03:32: Ein Bekannter begann mit sixty- acht Tango zu tanzen nicht weil er plötzlich eine Leidenschaft für argentinische Musik entdeckt hatte sondern weil er einer Frau gefallen wollte.
00:03:44: Der Plan ging schief Die Frau verschwand Der Tango blieb.
00:03:48: Heute erzählt er, dass Tango sein Leben verändert habe – nicht wegen der Schritte und Musik, sondern weil er zum ersten Mal seit Jahren wieder Anfänger war!
00:03:58: Er musste zuhören, warten, führen ohne zu zerren, sich führen lassen ohne beleidigt zu sein… Schon das allein ist für manche Männer eine Zumutung mit
00:04:07: Musik.".
00:04:09: Aber genau darin lag der Gewinn.
00:04:11: Das Leben hatte ihn mit dem falschen Grund gelockt … Mit einer Frau.
00:04:16: Bekommen hat er etwas anderes.
00:04:18: Beweglichkeit, neue Menschen – einen Abend in der Woche auf den er sich freut und das leise Gefühl, dass noch nicht alles entschieden ist!
00:04:27: So arbeitet das Leben manchmal.
00:04:29: Es lockt uns mit etwas und schenkt uns etwas völlig anderes.
00:04:34: Vielleicht liegt genau darin etwas Wertvolles Anfänger sein?
00:04:38: Nicht alles wissen, nicht alles können, nicht sofort recht haben, nicht so fort urteilen, Manche Männer wirken mit siebzig erstaunlich lebendig.
00:04:50: Nicht weil Sie jünger aussehen, nicht weil Sie Marathon laufen, nicht Weil Sie täglich Ingwer-Schutz trinken sondern weil Sie Erreichbar geblieben sind!
00:04:58: Sie können noch staunen, Sie können Ihre Meinung ändern, Sie könnten etwas Neues ausprobieren, Sie Können zugeben das Sie sich geirrt haben.
00:05:06: Das ist viel seltener als man denkt.
00:05:10: Vielleicht ist der größte Luxus im Alter nicht Geld, nicht Zeit, nicht Gesundheit Sondern Neugier?
00:05:17: Die Fähigkeit, sich noch überraschend zu lassen.
00:05:20: Von einem Buch von einer Reise von einem Menschen von einer Idee oder sogar von sie selbst?
00:05:26: Denn Hand aufs Herz!
00:05:28: Wann haben Sie zuletzt etwas getan, von dem Sie vorher überzeugt waren das es nichts für Sie wäre?
00:05:37: Vor zwanzig Jahren nicht früher?
00:05:39: wann zuletzt?
00:05:41: Vielleicht ist Verführbarkeit gar keine Frage des Alters vielleicht ist sie eine Frage der Beweglichkeit Nicht der Knie, des Kopfes, des Herzens, der Bereitschaft zu sagen – das habe ich noch nie ausprobiert.
00:05:55: Denn irgendwann wird jeder Mensch alt!
00:05:57: Die spannende Frage lautet… Wären wir dabei auch eng?
00:06:01: Oder bleiben wir erreichbar?
00:06:03: Für Menschen für Ideen, für Irrtümer, für Überraschungen und für das Leben?
00:06:07: sind sie eigentlich noch
00:06:09: verführbar?!
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00:06:18: und vielleicht stellen Sie sich heute Abend noch eine letzte Frage.
00:06:23: Welche Tür habe ich längst geschlossen, obwohl ich nie wirklich dahinter geschaut habe?
00:06:31: Ich bin Fina Engels und wir hören uns wieder spätestens nächsten Sonntag um acht Uhr dreißig.
00:06:36: bis dann und freuen sie sich über was auch immer!
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