Worauf warten Sie eigentlich noch? | Warum Männer 60+ ihr Leben auf später verschieben
Shownotes
Warum verschieben so viele Männer über 60 ihre Träume, Gespräche und Wünsche auf später? Fine Engels nimmt einen einzigen Satz über eine Mohnblüte zum Anlass, über Zeit, Endlichkeit und die Kunst zu sprechen, das Leben nicht immer auf morgen zu vertagen. Eine nachdenkliche Podcastfolge über Älterwerden, Lebenszeit und den Mut, rechtzeitig zu blühen.
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00:00:01: Heute dreht sich alles um eine einzige Frage.
00:00:05: Worauf warten Sie eigentlich noch?
00:00:09: Letzte Woche bin ich an einem Mondfeld vorbei gefahren.
00:00:12: Ich musste einen Satz denken, den mir vor einigen Tagen ein Mann Mitte fünfzig auf LinkedIn geschrieben hat Wenn der Mon wüsste dass er nur drei Tage blüht würde er dann anders blühen?
00:00:26: Seitdem begleitet mich dieser Gedanke Vielleicht weiß der Mon gar nicht wie kurz seine Blütezeit ist.
00:00:32: Vielleicht blüht er gerade deshalb so selbstverständlich.
00:00:36: Der Mensch dagegen kennt seine Endlichkeit und lebt trotzdem oft, als gäbe es später noch genug Zeit.
00:00:43: Mit zwanzig spielt das kaum eine Rolle – mit vierzig meistens auch nicht aber irgendwann oft um die sechzig verändert sich etwas.
00:00:52: Nicht der Kalender sondern der Blick auf den Kalender!
00:00:55: Plötzlich bemerkt man wie viele Jahre vielleicht schon hinter einem liegen und wie viele vielleicht noch vor einem.
00:01:03: Und genau dann müsste man eigentlich mutiger werden.
00:01:07: Eigentlich!
00:01:09: Man könnte endlich die Reise buchen, von der man seit Jahren spricht den alten Freund anrufen dem Sohn einen Satz sagen, der längst fällig wäre.
00:01:17: Den Tango Kurs beginnen oder einfach einen Dienstag so verbringen wie man ihn wirklich verbringen möchte.
00:01:24: Aber erstaunlich oft geschieht das Gegenteil.
00:01:28: Es wird weiter geplant, weiter organisiert, weiter verschoben als gäbe es irgendwann einen günstigeren Zeitpunkt für das eigene Leben.
00:01:37: Heiner fiel mir dabei ein – nicht weil sein Leben außergewöhnlich gewesen wäre sondern gerade, weil es so gewöhnlich war!
00:01:45: Er hatte vier Beziehungen und viermal hieß die Frau Sylvia.
00:01:49: heute weiß er manchmal selbst nicht mehr welche Sylvia welche war aber an einem Satz erinnert er sich sehr genau.
00:01:57: Im Moment ist es schwierig.
00:02:00: Diesen Satz hat er öfter gesagt – mal wegen des Berufs, mal wegen der Kinder, mal gegen die Verantwortung.
00:02:08: Damals hatte er das für klug gehalten.
00:02:10: Heute ist er sich dann nicht mehr so sicher!
00:02:14: Nach seinem Herzinfarkt sagte er einmal etwas, dass mich lange beschäftigt hat.
00:02:19: Komisch….
00:02:20: Ich habe immer gedacht ich treffe meine Entscheidungen selbst.
00:02:23: Heute glaube ich oft hat einfach der Kalender für mich
00:02:26: entschieden.".
00:02:28: Ich glaube, viele Männer verstehen sofort was er meint.
00:02:32: Der Kalender entscheidet nicht laut!
00:02:34: Er macht nur Termine – Montag, Dienstag, Werkstatt, Steuer, Arzt, Rasenmähen.
00:02:40: noch eine Woche, noch ein Monat, noch einen Jahr.
00:02:45: und irgendwann merkt man dass man nicht falsch gelebt hat aber vielleicht zu oft geglaubt hat das eigentliche könne warten.
00:02:54: Nicht die große Weltreise, die kleinen Dinge.
00:02:57: Ein Abend auf der Terrasse ein Gespräch ohne auf die Uhr zu schauen.
00:03:01: Ein Besuch!
00:03:02: Ein Brief!
00:03:03: Einen schönen, dass es dich gibt.
00:03:05: Es sind oft nicht die großen Träume, die verloren gehen Es sind die kleinen Augenblicke.
00:03:11: Viele Menschen haben eine merkwürdige Gewohnheit Wir verwechseln verfügbare Zeit mit garantierter Zeit.
00:03:19: Nur weil heute etwas möglich ist, glauben wir morgen sei es ebenfalls möglich.
00:03:23: Nur weil die Knie heute noch mitmachen?
00:03:25: Glauben wir!
00:03:26: Sie würden uns auch nächstes Jahr noch den selben Berg hinauftragen.
00:03:30: Nur Weil ein Mensch heute noch da ist, glaube mir, wir könnten ihn auch nächste Woche noch besuchen.
00:03:37: Aber so funktioniert Leben nicht Nicht.
00:03:40: die Zeit vergeht Die Möglichkeiten tun es und vielleicht ist das die eigentliche Zungutung dieses so schön blühenden Monds.
00:03:48: Er erinnert uns daran, dass Schönheit nicht wartet.
00:03:51: Sie verschiebt sich nicht!
00:03:53: Sie führt keine Tuduliste – sie ist einfach da.
00:03:56: Vielleicht ist das auch der Unterschied zwischen einer Blume und uns?
00:04:00: Der Mond muss aus seinen drei Tagen nichts Besonderes machen….
00:04:04: …er blüht einfach.
00:04:06: Wir dagegen verbringen erstaunlich viel Zeit damit auf den richtigen Zeitpunkt zu warten.
00:04:12: Dabei wird das Leben selten günstiger... es wird nur älter.
00:04:16: Mit Sechzig wird nicht die Zeit kürzer, aber die Zahl der ungelebten Sommer wird kleiner.
00:04:24: Vielleicht entsteht die Kunst des Elternwerdens deshalb gar nicht darin länger zu leben sondern den Sommer, der gerade da ist, nicht gegen einen besseren einzutauschen – der vielleicht nie kommt!
00:04:38: Vielleicht geht es ja gar nicht darum länger zu Leben, sondern darum rechtzeitig zu blühen.
00:04:43: Vom einem inneren Auge steht noch immer dieses Mondfeld Keine Blüte fragt die andere, wie lange sie noch Zeit hat.
00:04:51: Keiner hebt sich etwas für morgen auf!
00:04:53: Keiner wartet auf besseres Wetter – Sie blühen mehr nicht.
00:04:58: und wenn Ihnen in den nächsten Tagen ein Mondfeld begegnet bleiben Sie einen Moment stehen.
00:05:04: vielleicht stellt Ihnen diese Blöde dieselbe Frage wie mir Worauf warten Sie eigentlich noch?
00:05:12: Antworten Sie nicht mehr.
00:05:13: antworten Sie sich selbst.
00:05:16: Ich bin Fina Engels und wenn Ihnen mein Podcast gefällt, geben Sie meine paar Sterne und abonnieren sie Ihnen.
00:05:21: Das hilft ein wenig das ich andere Menschen auch dafür interessieren können!
00:05:27: Bis nächste Woche Sonntag in Alter Frische.
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