Maschmeyer: „Merz muss weg.“ Doch wer hat hier gerade wirklich was verloren?

Shownotes

Carsten Maschmeyer sagt bei Sandra Maischberger über Friedrich Merz: „Merz hat es voll vergeigt. Er muss weg. Er muss zurücktreten.“

Ein harter Satz. Und ein interessanter Ausgangspunkt.

Denn während Merz etwas verlieren könnte, das weit draußen liegt – Amt, Macht, Bedeutung –, ist die Ehe von Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres bereits vorbei.

Zwei erfolgreiche Männer. Zwei vollkommen unterschiedliche Arten von Verlust.

Was passiert mit Männern, die gewohnt sind, Probleme zu lösen, zu entscheiden, zu verhandeln und Einfluss zu nehmen, wenn sie an einen Punkt kommen, an dem all das nichts mehr nützt?

Einen Menschen kann man nicht zurückverhandeln.

Und vielleicht liegt genau dort ein Unterschied, über den wir viel zu wenig sprechen: zwischen gebraucht werden und gewollt werden.

Eine Frau, die mich braucht, hat einen Grund zu bleiben. Eine Frau, die mich nicht braucht, kann gehen.

Wenn sie trotzdem bleibt, bleibt sie, weil sie will.

Diese Folge handelt nicht davon, warum Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer sich getrennt haben. Das wissen wir nicht.

Sie handelt von einer anderen Frage:

Was trifft einen erfolgreichen Mann härter?

Wenn die Welt ihn nicht mehr braucht?

Oder wenn ein Mensch ihn nicht mehr will?

Visual erstellt mit KI

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00:00:00: Merz muss weg, sagte Karsten Marschmeier bei Sandra Maischberger am Dienstag.

00:00:07: Doch wer hat hier gerade wirklich was verloren?

00:00:11: Marschmayers Urteil über Friedrich Merz war ziemlich eindeutig.

00:00:15: Merz hat es voll vergeigt – er muss weg und zurücktreten!

00:00:20: Ein harter Satz und ein interessanter.

00:00:23: Denn während Marschmaier über den möglichen Machtverlust eines anderen Mannes spricht, erlebt er selbst gerade eine völlig andere Form von Verlust.

00:00:31: Seine Ehe mit Veronica Ferris ist vorbei.

00:00:35: Merz könnte Macht verlieren, Marschmeier hat seine Ehe verloren – das eine findet draußen statt und das andere ziemlich weit drinnen.

00:00:44: Natürlich sind das zwei völlig verschiedene Dinge!

00:00:47: Und ich weiß nicht wie Carsten Marschmayer seine Trennung erlebt?

00:00:50: Ich weiß auch nicht wer von beiden die Trennung wollte….

00:00:55: Das geht uns auch nichts an ….

00:00:57: Aber was wir wissen….

00:00:59: Ferris und Maschmeier haben erklärt, dass aus ihrer Liebe mit der Zeit eine tiefe vertrauensvolle Freundschaft geworden sei.

00:01:07: Das klingt erwachsen!

00:01:09: Vernünftig – fast beneidenswert vernünftig aber eine Ehe ist trotzdem zu Ende Und Verlust ist ein interessantes Thema bei einem Mann wie Carsten Maschmayer nicht weil ich ihm irgendeine Diagnose verpassen möchte sondern weil er selbst über eine frühere Krise sehr offen gesprochen hat.

00:01:28: Nach dem Ende seiner ersten Ehe schrieb er über Lehre, über Depressionen, über die Abhängigkeit von Schlafterblätten und über das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden.

00:01:38: Veronica Ferres lernte in dieser schwierigen Zeit kennen.

00:01:42: Er bezeichnete die beginnende Liebe zu ihr später als den einzigen positiven Strohhalm, den er damals gehabt habe.

00:01:50: Das ist lange her!

00:01:52: Und daraus lässt sich überhaupt nichts darüber ableiten wie es ihm heute geht.

00:01:56: Aber ein Satz aus dieser alten Geschichte interessiert mich.

00:02:27: Karsten Maschmeyer kennt eine Welt, in der Handeln normalerweise etwas bewirkt.

00:02:32: Entscheidend verhandeln investieren durchsetzen Scheitern neu anfangen.

00:02:37: Es gibt ein Problem also sucht man eine Lösung.

00:02:40: Das funktioniert erstaunlich oft Bis ein anderer Mensch ans Spiel kommt Denn einen Menschen kann man nicht zurückverhandeln.

00:02:49: Man kann keinen besseren Vertrag anbieten, keine Strategie präsentieren, keinen höheren Einsatz bringen – man kann erfolgreicher werden, reicher, einflussreicher und der andere kann trotzdem gehen!

00:03:01: Liebe ist ein ziemlich miserables Geschäftsmodell.

00:03:05: Leistung garantiert keine Rendite, Erfolg garantiert kein Bleiben, Geld auch nicht.

00:03:10: Und damit komme ich zu Veronica Ferris.

00:03:13: Sie hat eine eigene Karriere, eine eigene Öffentlichkeit ein eigenes Leben.

00:03:19: Sie braucht Carsten Marschmeyer nicht um Veronica Ferris zu sein!

00:03:24: Sie braucht ihn nicht!

00:03:26: Das ist keine Aussage darüber warum diese Ehe zur Ende gegangen ist – das wissen wir nicht.

00:03:32: aber es führt so einer Frage die mich viel mehr interessiert als die Trennung zweierprominenter Was ist eigentlich wertvoller?

00:03:41: Gebraucht zu werden oder gewollt zu werden?

00:03:44: Gebraucht zu werden fühlt sich ziemlich gut an.

00:03:47: Solange jemand mich braucht, habe ich meinen Platz aber genau das verändert sich mit dem Alterwerden.

00:03:54: Die Kinder brauchen einen nicht mehr wie früher.

00:03:56: Im Beruf sitzt irgendwann jemand anderes auf dem eigenen Stuhl Und eine selbstständige Partnerin braucht einen im besten Fall ebenfalls nicht.

00:04:07: Dann bleibt eine viel unbequemere Frage Will sie mich?

00:04:13: Es ist schöner und gefährlicher Denn wer freiwillig bleibt, kann freiwillige gehen.

00:04:19: Und jetzt zurück zu frühere ich.

00:04:21: Merz.

00:04:22: Marschmeier sagt er muss geh weg!

00:04:27: Merz ist aber noch da.

00:04:29: Er ist Bundeskanzler, er könnte sein Amt verlieren Seine Macht, seine politische Bedeutung.

00:04:34: Das wäre erheblich Aber ein Amt liegt außerhalb von uns.

00:04:39: Ein Amt bekommt man, ein AmT verliert man und irgendwann sitzt ein anderer auf diesem Stuhl.

00:04:45: Friedrich Meitz konnte morgen sagen, das war's.

00:04:49: Er könnte die Politik hinschmeißen oder die Politik könnte irgendwann auf ihn verzichten – dann fährt er nach Hause!

00:04:56: Und dort gibt es ein Leben, dass schon lange vor dem Kanzleramt existiert hat eine Familie, drei erwachsene Kinder und Charlotte Merz mit der er seit Jahrzehnten verheiratet ist.

00:05:08: Das Kanzlaramt kann weg sein, die politische Macht kann weg seien Die Dienstwagenkolonne kann wegseien Aber sein privates Leben verschwindet damit nicht automatisch auch.

00:05:20: Bei Maschmeyer ist genau dieser private Ort gerade ein anderer geworden, seine Ehe ist vorbei und vielleicht liegt darin der viel interessanterer Unterschied zwischen diesen beiden Männern.

00:05:32: Mehr als könnte eine Rolle verlieren – Maschmaier hat eine Beziehung verloren!

00:05:37: Der eine kann nach Hause gehen beim anderen hat sich das zuhause verändert.

00:05:42: Vielleicht lohnt sich manchmal ein Blick auf das eigene Leben, bevor man darüber entscheidet wer anderswo seinen Platz räumen sollte.

00:05:49: Das heißt nicht dass Maschmayers Kritik an März falsch ist und es heißt schon gar nicht, dass seine Trennung irgendetwas mit seinem Auftritt bei Meilsperger zu tun hat – das wissen wir alles nicht!

00:06:01: Aber der Kontrast bleibt.

00:06:04: Da sitzt ein sehr erfolgreicher Mann und erklärt einem anderen sehr erfolgreichen Mann öffentlich seine Zeit sei vorbei Und beide stoßen auf ihre Weise an dieselbe Grenze.

00:06:15: Andere Menschen entscheiden mit.

00:06:18: Merz kann Mehrheiten organisieren, überzeugen, verhandeln, Strategien ändern – all die Dinge tun, mit denen mächtige Menschen versuchen Macht zu behalten!

00:06:28: Aber am Ende entscheidet er nicht allein ob er bleiben darf.

00:06:32: und bei einer Beziehung ist diese Grenze noch radikaler.

00:06:36: Da gibt es keine Mehrheit, keine Koalition, keine zweite Abstimmung.

00:06:41: Einen Menschen kann man nicht zurückverhandeln.

00:06:45: Vielleicht ist genau das für Menschen besonders schwer, die ihr Leben lang erlebt haben – wenn ich genug tue, kann ich etwas verändern?

00:06:52: Nein!

00:06:52: Nicht

00:06:53: immer!".

00:06:54: Und damit bekommt Marshmires Satz für mich eine zweite Ebene.

00:06:58: Merz muss weg.

00:07:00: Drei Worte über politischen Machtverlust.

00:07:02: Gesprochen von einem Mann der gerade erlebt dass Erfolg und Einfluss an einer ganz anderen Stelle ihre Grenzen haben.

00:07:11: Was trifft einen erfolgreichen Mann härter, wenn die Welt ihn irgendwann nicht mehr braucht oder wenn ein Mensch ihn nicht mehr will?

00:07:19: Vielleicht liegt der eigentliche Machtvollust genau dort wo der eigene Einfluss endet bei einem anderen Menschen.

Kommentare (1)

Udo

Interessante Perspektive. Habe die Talkshow gesehen und fand die Aussage hart.

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